Jeder dritte Laden verkauft Alkohol an Minderjährige

Hannover gelangt zum Fazit betreffend Alkohol an Minderjährige: 31 Prozent der Laden Mitarbeiter halten nichts vom Jugendschutz
Jugendschützer aus Hannover und die am gleichen Ort ansässige Polizei haben sich vor kurzem mit der Frage befasst, wie leicht Minderjährige im Laden Alkohol kaufen können. Von Dezember des Jahres 2012 bis Februar 2014 führten sie in 15 Gemeinden und Städten insgesamt acht Testkäufe von Alkohol durch. Das Ergebnis war erschreckend: Fast jeder dritte Laden verkaufte Alkohol an Minderjährige. Umgerechnet macht das eine Gesamtsumme von 31 Prozent.

Auffällig war, dass Tankstellen- und Kiosk-Mitarbeiter den Jugendlichen eher ihren Wunsch abschlugen, Alkohol zu kaufen als in Getränke- oder Supermärkten Tätige. Von gesamt 198 geprüften Läden, erhielten Minderjährige in 61 Fällen ihren gewünschten Alkohol. Die besagten Mitarbeiter fragten zwar brav nach dem Ausweis, es wurde dann aber nicht gut genug hingeschaut, was das Alter angeht. Bei diesem Test fragten die Mitarbeiter 38 Mal nach dem Ausweis und verkauften den Alkohol trotzdem an Minderjährige. Insgesamt 23 Mal wurden die Jugendlichen erst gar nicht danach gefragt.

Vergleicht man die verschiedenen getesteten Orte miteinander, ist festzustellen, dass Seelze und Isernhagen mit einem Wert von jeweils 13 Prozent sowie Wennigsen mit 18 Prozent das beste Ergebnis in puncto Alkohol an Minderjährige erzielten. Wunstorf’s Ergebnisse dahingegen sind niederschmetternd: Dort verkauften Laden-Mitarbeiter in 78 Prozent der Fälle Alkohol an Minderjährige. Auch in Neustadt und Pattensen sind die Werte von 55 Prozent beziehungsweise 50 Prozent alarmierend.

Dezernentin für Öffentliche Sicherheit Barbara Thiel deutet das Ergebnis von 31 % Verkäufen von Alkohol an Minderjährige als noch stabilen Trend. Sie befürwortet das Fortsetzen der Testkäufe, um die Menschen immer wieder von Neuem auf die Grundsätze des Jugendschutzes aufmerksam zu machen. Würde man das nicht mehr so konsequent machen, bestünde die Gefahr, dass die Zahl der Verkäufe weiter ansteigt, da sich das Laden-Personal sicher fühlen würde.